Willkommen im Krisenherbst
Stadtliga Leipzig | 6. Spieltag | 14.09.2025 | SV Leipzig-Thekla vs. Leipziger SV Südwest | 2:0 (1:0)
1:0 Lars Richter (18.)
2:0 Dennis Kahdemann (75.)
Willkommen im Krisenherbst
Fünf Spiele, null Punkte – langsam wird’s beim LSV richtig düster. Ehrlich gesagt: Schon die Anreise war stadtligatauglich wie eine Brille ohne Gläser. Ganze zwölf Spieler standen Coach Alexander Röhling am Sonntagmorgen zur Verfügung – inklusive einer Absage, die vermutlich ausschließlich per Textnachricht erfolgte.
Zum Spiel: Platzbedingungen rustikal, aber für beide gleich. @sportvereinthekla parkte früh den Bus und ließ unsere Kicker bis zum 16er schalten und walten – nur um dann jedes Mal die Tür zuzuschlagen. Unsere Mannschaft suchte Lösungen und fand diese meistens im Versand langer Bälle Richtung Nirgendwo. In der 18. Minute dann der Klassiker: Ballverlust hinten, drei Pässe später schlenzt Lars Richter sehenswert ins Eck – 1:0 für die Hausherren. LSV danach zwar wacher, aber gefährlich? Eher nicht. Die beste Chance hatte Roman Kretzschmar nach Einwurf per Volley in der 30. Minute, doch der Ball rauschte knapp drüber.
Halbzeit zwei: viel Ballbesitz, wenig Ideen. Thekla verteidigte tief, wir spielten bis 20 Meter vor’s Tor – und verloren dann die Kugel. So auch in Minute 74. Ein Konter, ein langer Ball, ein kleiner Textiltest im Strafraum – Elfer. Arthur Bykov, der diesmal wieder das kurze Stäbchen in der Torwart-Frage zog, hielt den Strafstoß und sogar den Nachschuss. Stark! Doch die Schiris nutzen wohl ihr DAZN-Abo etwas zu gründlich und ließen wiederholen, weil Arthur zu früh von der Linie sprang. Beim zweiten Versuch knallte Dennis Kahdemann die Kugel wuchtig rein – 2:0. Danach war die Messe gelesen.
Verdient verloren, schwacher Auftritt, und so langsam wird’s gefährlich. Fünf Spiele, null Punkte – das riecht nicht nur nach Fehlstart, das riecht nach Krisenherbst. Beim Fußball Manager würde man wohl direkt ein Kurzzeittrainingslager einschieben.
Heute Abend gibt’s im Nachholspiel gegen Markranstädt II die nächste Chance. Jetzt muss jeder kapieren: Es geht nicht nur um die Mannschaft, sondern um den ganzen Verein.